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bild, Körper und Identität

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(Last Updated On: )

Papyrus magazine 2003, bild, Körper und Identität by: rania gaafar
An Article about The Egyptian contemporary art, focusing on Sameh Al Tawil’s art projects as an example of the revolution art in Egypt and MENA

 

Bild | Körper | Identität

Neue ägyptische Kunst zwischen Deutschland und Ägypten

Neue Kunst in Ägypten Sog der Stadt zu vernoch als Spur im Sand gleichen Atemzug wie-verschlungen von den westlicher Produkte, Taxihupen und überfüll-lnstitul Kairo setzt mit hier an. So hat unter lerfnnenaustausch statt-Deutschland und Ägyp-und Künstler, die unter schule der Bildenden reich Malerei, Foto-arbeiten, haben in der Förderstelle für ihre funden.
läuft immer Gefahr, im schwinden,gleichsam nur 1 wahrgenommen und im der vergessen zu
werden, zahllosen Neonreklamen-verloren im Taumel der ten Straßen. 
Das Goethe-seiner Kulturarbeit direkt anderem ein Künst-gefunden zwischen ten. Junge l<ünstlerinnen anderem an der Hoch-Künste in Kairo im Be-‘J, fie und Bildhauerei Programmabteilung eine vielfältigen Arbeiten ge-

Sameh el Tawil – Slavery

Samih El-Tawil, Mohammed Shoukry, Marwa Zakaria und Weam el Masry sind vier junge ägyptische Künstlerinnen, die ihre Arbeiten bereits in, Düsseldorf, München, Frankfurt und Kairo gezeigt haben. Alle haben bei Prof. Abu Bakr EI Nawawi studiert und arbeiten seit neun Jahren intensiv zusammen. Ihre Arbeit als “Quartett” findet teils vor, meistens jedoch hinter den Kulissen statt. Sie spornen sich gegenseitig an, suchen nach Wegen und Möglichketten, ihre Kunst über die Grenzen von Ägypten hinaus bekannt zu machen und vor allem den Spagat zwischen wissenschaftlichem Arbeiten und Kunst als Kunst – l’ari pour l’art – zu schaffen.

Auch wenn sie ihre Arbeiten nur teilweise zusammenzustellen oder an Ausstellungen teilnehmen, sind der gegenständige Austausch und die Auseinandersetzung mit den jeweils unterschiedlichen Techniken und kreativen Versuchen maßgebend für ihren Erfolg.

Weam EI Masry, Dozentin an der “6th of Ociobef”-Universität, -irbeitet zur Zeil hauptsächlich mit Schwarzweiß-Fotografien, die sie im Juni im Goethe Institut zusammen mit Petra Schneider ausstellen wird. Ihre Ausstellung, die von einem workshop begleitet wird, hat auch eine gemeinsame Basis. ‘Wir haben nach einem gemeinsamen Nenner gesucht und sind dabei auf unser Interesse am Menschen gestoßen”, sagt Petra Schneider.

Der Workshop hingegen wird sich mit dem Thema
“Reise/n” beschäftigen, das für beide ebenfalls einen wesentlichen Teil
ihrer Arbett darstellt. .Portraits als Reise, die noch offen lässt, was uns erwartet und war entdecken werden. – Nähe, Distanz, Unsicherheit, Freude. Eine Annäherung mit Hilfe des Mediums der Fotografie. schreibt Petra Schneider dazu.

Sameh EI Tawil, der zur Zet seine Studien an der Akademie der Bildenden Künste in München fortsetzt und mehrere Preise für seine Arbenen erhalten hat. widmei sich immer stärker der Videokunst und multimedialen Collagen, und das seit einigen Jahren sehr erfolgreich, Er stellte seine Installationen und Fotografien bereits in Deutschland aus, komponierte die Filmmusik zu Bruno Wanks Dokumentarfilm “Morgen inscha’allah” und leitete mehrere Workshops, die vom Goethe-Institut organisiert wurden. Seine neueste Videoinstallation “Demagh / Kopf’ war
bis zum 27. April in der Galerie des Goethe Instituts zu sehen und befasste sich mit topografischen Innen – und Außenräumen. Die Stille der Gedanken in der Öffentlichkeit, hier im Cafe, wird hörbar gemacht. Arabische und deutsche Stimmen sind zu hören. die alle gemeinsam über fünf nebeneinander angeordnete Filmszenen im Cafe gelegt werden. EI Tawil blicht damit die Hlerarchisierung des Montage-prozesses auf, die immer Teil der sukzessiven Bildabfolge ist. Er führt eine. Gleichzeitigkeit von innerer und äußerer Realität vor, die Bild und Ton asynchron, unabhängig voneinander existieren lässt.
Die hörbaren Gedanken sprengen die Stille der Videobilder. In jedem Bildkader sitzt eine jeweilige Person, die sich scheinbar unabhängig von den Gedanken bewegt.
Das Schweigen der Bilder wird jedoch trotz der verwirrenden Stimmen beibehalten. Sameh EI Tawils Interesse liegt in der Prägnanz dieser kurzen, teils sich wiederholenden Gedankengänge: “Ich habe mit Freunden frei assoziiert. Dabei sind auch Gedanken zur derzeitigen politischen Lage im Nahen Osten in die Stimmen eingeflossen”.

Mohamed Shoukry arbeitet ebenfalls mit Videoinstallationen, Fotografien und Skulpturen und hat im Dezember letzten Jahres bei der Begegnungsveranstaltung “Dar EI Hiwar’ einige seiner Installationen gezeigt, u.a. ”Bedroom” und “Faces”. Auf die Frage hin, wie ihm die Idee zu “Bedroom” kam, in dem eine junge Frau sitzend in ihrem privaten Raum gezeigt wird, antwortet er, dass die Türen der Zimmer von
Freundinnen von ihm fast immer verschlossen waren. Er wollte diesen Raum öffnen, ihn zugänglich machen und zeigen. Das Unsichtbare wird zum Sichtbaren und die Zuschauern und der Zuschauer werden beide enttäuscht. Anstelle von wilden Fantasieszenarien befindet sich hinter der Tür für die Frau lediglich ein Raum – der Raum, den Virginia Woolf schon in ihrem Essay “a room of one’s own” unbedingt der Frau zugestand für ihre kreative und geistige Entwicklung.

Die Arbeit mit und am Körper und seinen Silhouetten im projizierten und fotografierten Bild bildet einen Schwerpunkt der Arbeiten des “Quartetts”. Weam EI Masrys weibliche Körper sind in den Fotografien verflüchtigt, verschwinden fast durch die starken Schwarzweiß-Kontraste in der Wand, ein Motiv, das vor allem Ingeborg Bachmann in ihrem Roman “Malina” hinsichtlich der Identitätssuche ihres weiblichen “Ich” aufgegriffen hat. Was vom Körper übrig bleibt. ist seine Silhouette. eine dunkle, strichartige Figur am Ende einer Fotoserie – eine. die ihre emotionale Unabgeschlossenheit selbstreferentiell zum Thema macht. In ihrer Fotobild-Trilogie setzt sich EI Massy mit Persönlichkeitsebenen auseinander. Sie erzählt von inneren Kämpfen und der eigenen Blindheit, der die Frau unterliegt durch den eigenständig erzeugten psychischen Druck auf sich selbst. “Blind wird sie deshalb, weil der im Inneren ausgetragene schizophrene Konflikt ihr die Energie nimmt, aus sich selbst herausgehen zu können, zu sehen, was außerhalb von ihr ist”, so Weam. Diese Nähe zu sich selbst, zum eigenen Körper, ist immer wieder Thema der Bilder und Fotografien, eine Nähe. die die französische Theoretikern Luce lrigaray aufgegriffen hat und die Teil der feministischen Auseinandersetzung mit dem weibli i1en Körper war und ist. Das Innen wird zum Außen und damit verliert di<• Frau jede Distanz zu sich selbst und zu ihrer Umwelt.

Die jungen Künstlerinnen und Künstler befinden sich auf einer fast archäologischen Suche nach experimenteller und moderner Kunst hier In Kairo, wo jede Suche nach Identität zur schwierigen Spurensuche wird in einem Land, das an der Öffnung zum Westen hin und der insbesondere von der Bevölkerung gewünschten optischen arabische. Rolle zu zerreißen droht. Kann Künstlern der arabischen Welt es silierten, heute noch unpolitisch zu sein ? Sameh meint: “Nein, das kann sie nicht, aber sie muss jetzt nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten suchen, t.m fernab von plakativen Fem:. hbildem Emotionen einzufangen und freizusetzen”. Und ist nicht letzter.dlich jede dieser Arbeiten auf ihre Weise politisch, sei es konkret übertragen aur Spaltungen und Blicke von außen und innen auf den „arabischen !<örper, der – egal ob er geschlechtsspezifisch betrachtet wird oder als Produkt kolonialer Lebenserfahrung – immer Teil eines kolonisier-ten, gefesselten und bezeichnenden Blicks ist.
Am deutlichsten wird diese Sichl\veise in el Tawils Fotoserie “Slave,Y. Gefangene nackte Körper in Glascontainern oder erstickt hinter transparenter Folie – die existentielle Luft zum Atmen wird zum Luxus. den die Sklaverei und die schmerzhafte Kolonialerfahrung nicht zulassen. Seine Fingerabdrücke auf den Einreisepapieren zu einem Aufenthalt in Saudi-Arabien, er selbst in saudischer Kleidung sowie das Röntgenbild seines Körpers werden collageartig zusammengebracht. Im Exil wird der eigene Körper zum inszenierten und verfremdeten Objekt. “Ich wird ein anderer” -eben nicht nur im Exil, sondern auch im eigenen Land, in der ehemaligen Kolonie Ägypten.

Sameh El Tawil

Auch Marwa Zakariya Skulpturen , reflektieren die Grenzerfahrung: Gesellschaftlicher Druck, Erwartungen, subjektives Freiheitsempfinden. “Wie kann man die gesellschafllichen und sicherlich auch politischen Fesseln sprengen?”, fragt sie. Sie selbst hat ihre Arbeiten in Münster ausgestellt und mit den drei anderen oft zusammengearbeitet. In Weams Arbeiten jedoch steht die arabische Frau im Vordergrund. Ähnlich wie bei Samih setzt auch sie teilweise ihren eigenen Körper als Matrix für ihr Innenleben ein. Ihre Negativbilder reflektieren den Umgang mit dem Meclil,m Fotografie und zeigen den dualistischen Umgang des Mediums zwischen Objektivität. dem technischen Einfangen von EmotioneP. und Gesten und der Subjektivität der abgebildeten Person.
Shoukry hingegen zeigt den Widerspruch auf, der hinter der Makellosigkeit des fotografischen Körperbildes liegt. “Die mediale Perfektion von Bildern des Körpers hat zu seiner Entsinnlichung geführt. Der Körper ist also zu ei-ner reinen Materie geworden. Er kann beliebig modelliert und verändert v-ter-den durch Schrift”, so Shoukry. Die auf den Körper projizierten Schatten verdecker ihn teilweise und mit ihrem Erscheinen verschwindet die sinnliche Ganzheit des halb entblößten Körpers. Die Schatten wirken furchterregend und sind Doppelgängerfiguren. Oder sie sind bei Shoukry Projektionen von Ketten auf dem Körper, beherrschen. Oberdecken ihn und erzeugen einen Mehrwert an schmerzhafter Erfahrung. In einer der kulturellen Begegnungsveranstaltungen letztes Jahr, “Dar el Hiwar” (Haus der Begegnungen), stellte Shoukry seine Videoinstallation “Faces” vor: Der Treppeneingang zum Goethe-Institut war zu einem dunklen Tunnel um-gebaut worden, in dem weiße Laken hingen, auf welche Videobilder von Menschen auf Märkten und in den überfüllten Straßen von Kairo projiziert wurden. Der Eintritt ins Institut war im wahrsten Sinne des Wortes nur durch die Menschen in dieser Stadt zu schaffen. Kulturarbert kann sich nur im Spannungsfeld von Innen und Außen erfolgreich entwickeln. Und über-geordnet steht immer -oder sollte im Idealfall stehen -die Sensibilität für die jeweils anderen.

Ausstellungshinweis:
Weam EI Masrys und Petra Schneiders Fotoausstellung und Worl<shop findet ab dem 14. Juni in der Galerie des Goethe-Instituts statt. Mohamed Shoukrys Videoinstallation “Faces” wird vom 5. Mai bis zum 6. Juni in der Karim Francis Gallery zu sehen sein. Weitere Projekte von Marwa Zakaria bei Dar EI Hiwar II (Haus der Begegnungen) sind geplant.

Rania Gaafar
Fotos:GI

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